Schwarzer Peter im Vorgarten

Leserbrief zum LZ-Kommentar vom 08.02. „Gespräch statt Blockade

Die Anwohner lehnen die von der Fa. Manzke in Volkstorf geplante Deponie mehrheitlich ab. Die Errichtung einer Deponie in einer Entfernung von nur ca. 100 Metern zu Wohnhäusern ist absolut unakzeptabel. An dieser Position wird auch der nun begonnene Dialog nichts ändern. Eine Deponie im Vorgarten lässt sich nun mal nicht schönreden. Ihnen ein Handeln nach dem Sankt-Florian-Prinzip vorzuhalten, weil sie einen alternativen Standort fordern, ist empörend! Zudem verkürzt der Kommentator mit seinem auf Volkstorf beschränkten Blick die Zusammenhänge um die Findung eines Deponiestandorts im Landkreis.

Es war zunächst die kommunale Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GfA), welche bereits in 2008 eigene Pläne für die Errichtung einer Mineralstoffdeponie aufstellte. Der Gemeinderat in Brietlingen und der Samtgemeinderat Scharnebeck lehnten diese Pläne umgehend ab, es formierte sich eine Bürgerinitiative und selbst Politiker des Kreistages äußerten Bedenken, weil ein Deponiestandort auf dem GfA-Gelände in Bardowick u.a. „aufgrund der Nähe zu besiedeltem Gebiet nicht verträglich für die Anwohner sei".

Infolge der massiven Kritik begann die GfA mit der Suche nach alternativen Standorten für eine Mineralstoffdeponie in der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg. Überraschend gab die GfA aber dann Pläne und Standortsuche auf. Wirtschaftliche Gründe wurden genannt. Parteien und Politiker konnten aufatmen. Und plötzlich erschien es der Fa. Manzke wirtschaftlich sinnvoll, eine eigene Deponie zu errichten. Der Schwarze Peter landet in Volkstorf!

Wenn man das Argument des Kommentators gelten lässt, dass Bauschutt aus der Region auch regional recycelt und deponiert (!) werden sollte, warum überlässt man dann die sensible Frage nach dem Deponiestandort nun einem privaten Unternehmen? Private Unternehmen handeln nach dem Gewinnmaximierungsprinzip - was diesen nicht vorzuwerfen ist. Dieses stellt aber für die Lösung der Standortfrage ein gänzlich ungeeignetes Prinzip dar, weil es sich nicht am Gemeinwohl orientiert. Die Findung eines Deponiestandorts im Landkreis bedarf eines gesellschaftlichen Kompromisses, welcher nicht in einer Mediation mit Fa. Manzke erreicht wird. Der Dialog ist auf politischer Ebene in Stadt und Landkreis zu führen. Vor dieser Frage sind aber Parteien und Politiker mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl kollektiv abgetaucht.

Das Bürgerforum Barendorf wird das Verfahren um die Deponieplanung in Volkstorf auch weiterhin aktiv und kritisch begleiten. Eine Deponie an diesem Standort wird es nicht geben! Wir haben deshalb bereits vor dem zweiten Mediationstermin politische Vertreter aus Vastorf, Barendorf und der Samtgemeinde Ostheide in einer gemeinsamen Gesprächsrunde aufgefordert, sich eindeutig gegen den Deponiestandort in den Räten auszusprechen.